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„Bleibendes Symbol der Friedensbewegung geschaffen“ - Woidke würdigt verstorbenen Künstler Herbert Sander

veröffentlicht am 10.01.2018

Ministerpräsident Dietmar Woidke ist betroffen über den Tod des Brandenburger Künstlers Herbert Sander. Sanders wohl bekanntestes Kunstwerk ist der Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen", der auf dem Höhepunkt der Rüstungskonfrontation zwischen Ost und West in den 1980er Jahren zum Symbol der DDR-Friedensbewegung avancierte. Der Maler schuf die Grafik im Auftrag der Kirche nach der weltberühmten Plastik, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt hatte.

Woidke sagte heute in Potsdam: „Sander hatte damals mit seinem Aufnäher den Nerv der Zeit getroffen. Er hat als Künstler Position bezogen und damit der Friedenssehnsucht Hunderttausender eine Plattform gegeben, die der Militarisierung der DDR skeptisch gegenüber standen. Der Aufnäher war zudem überaus klug gewählt, weil er sich auf ein sowjetisches Kunstwerk bezog, gegen das die DDR-Führung nicht Front machen konnte. Sander hat aber nicht nur als Künstler Flagge gezeigt, sondern auch politisch, als er 1989 das Neue Forum in Kleinmachnow mit begründete und Spuren jüdischen Lebens in Brandenburg nachging.

Über sein berühmtestes Werk hinaus hat Sander eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen, die seine Liebe zur Natur und zu den Menschen ausdrückten. Brandenburg wird Herbert Sander, der 2014 mit dem Verdienstorden des Landes geehrt wurde, ein bleibendes Andenken bewahren."

Der zuletzt in Stahnsdorf wohnende Sander war nach Angaben des Kleinmachnower Heimatvereins am 4.1. verstorben.

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