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Einzigartiger Studiengang Jüdische Theologie startet an Universität Potsdam – Woidke: Historischer Moment

veröffentlicht am 19.11.2013
Für Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke ist der Beginn des Studiengangs Jüdische Theologie an der Universität Potsdam ein histori-scher Moment. Bei der feierlichen Eröffnung der School of Jewish Theology sagte der Ministerpräsident: „Erstmals in der Bundesrepublik ist die jüdisch-theologische Ausbildung gleichberechtigt mit den christlichen Theologien und den islamischen Studien und erstmals ist jüdische bekenntnisgebunde-ne Theologie an einer deutschen Universität verankert“. Damit werde fast 70 Jahre nach dem Ende der Shoah aber auch ein viel beachtetes Signal hinaus in die Welt gesendet. Für die Zukunft wird es nach Auffassung Woidkes im-mer wichtiger werden, dass sich die Religionen auf Augenhöhe und im ge-genseitigen Verständnis begegnen.

Woidke wörtlich: „Was es weltweit nur in Brandenburg gibt, ist die gemeinsame Ausbildung liberaler und konservativer Rabbinerinnen und Rabbiner. Europaweit entsteht hier der derzeit einzige Studiengang für Kantoren.“ Woidke hob hervor, dass die Universität Potsdam schon bisher mit den kulturwissenschaftlich ausge-richteten Jüdischen Studien und durch den theoretischen Teil der Rabbiner-Ausbildung ein Alleinstellungsmerkmal habe. Durch die Einbindung der Jüdischen Theologie in die Philosophische Fakultät werde dieses Profil weiter gestärkt.

In Brandenburg war für die Etablierung der Jüdischen Theologie an der Universität Potsdam das Landeshochschulgesetz geändert worden. Dazu Wissenschafts-ministerin Sabine Kunst: „Das Land Brandenburg hat dafür - in großer Überein-stimmung der politischen Kräfte – die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedin-gungen geschaffen. So wurde - und auch das ist einmalig - eigens das branden-burgische Hochschulgesetz geändert. Damit wird die jüdische Theologie dort ver-ankert, wo sie hingehört: An die Universität!“

Besondere Herausforderung war dabei die konfessionsgebundene Besetzung der Professuren. Das Gesetz regelt die Mitwirkung der Religionsgemeinschaft bei der Einrichtung theologischer Studiengänge, bei Erlass von Studien-, Promotions- und Habilitationsordnungen sowie bei Berufungsentscheidungen. Das entsprechenden Verfahren und die Einzelheiten sind durch eine Kooperationsvereinbarung der Religionsgemeinschaft und der Hochschule festzulegen.

Da der Studiengang liberale und konservative Ausbildungsangebote in sich vereint, erfolgt eine Kooperation mit zwei Partnern. Die Universität Potsdam hat sich dafür entschieden, mit der Union Progressiver Juden in Deutschland e.V. und Masorti Deutschland e.V. eine Kooperationsvereinbarung abzuschließen. In beiden Fällen handelt es sich um nationale Verbände.

Erst am vergangenen Sonntag hatte Ministerin Kunst die Ehrendoktorwürde der American Jewish University Los Angeles erhalten. Mit der Auszeichnung durch einen Doctor of Humane Letters wird insbesondere ihr Engagement für die Etab-lierung der Jüdischen Theologie als eigenständiges Fach an einer deutschen Uni-versität gewürdigt.