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Brandenburg und chinesische Hauptstadtregion vertiefen Wirtschaftskooperation – Woidke: Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil – Idee aus Prenzlau für das Reich der Mitte

veröffentlicht am 18.10.2013
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brandenburg und der Volksrepublik China entwickeln sich nach den Worten von Ministerpräsident Dietmar Woidke zum beiderseitigen Vorteil. Jüngster Beleg seien die Ergebnisse des Besuchs einer hochrangigen Delegation der nordchinesischen Provinz Hebei in Brandenburg, sagte Woidke heute in Potsdam bei der Unterzeichnung zweier Dokumente zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dabei handelt es sich um eine Kooperationsvereinbarung zwischen der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) und der Entwicklungs- und Reformkommission von Hebei sowie einen Letter of Intent zwischen Hebei Construction, ENCON.Europe und McPhy zum Bau eines Hybridkraftwerks in Hebei. Die chinesische Abordnung unter Leitung von Provinzparteisekretär Zhou Benshun hält sich auf Einladung von Ministerpräsident Woidke zu einer zweitägigen Visite in Brandenburg auf.

Das besondere Interesse der Delegation gilt jüngsten Entwicklungen im Bereich Erneuerbare Energien. Am Freitagvormittag besichtigten die Gäste das Hybridkraftwerk in Dauerthal, für Samstag ist ein Besuch im energieautarken Ortsteil Feldheim geplant. Eine weitere Station war am Freitag die Gilupi GmbH in Golm, in die Ende vergangenen Jahres der Investor Viroad aus Hebei eingestiegen ist. Die Firma stellt Medizinprodukte zur Tumordiagnostik her, die auf der Basis eines Kooperationsvertrages zur Lizenzvergabe mit dem chinesischen Investor auch in großen Teilen Asiens vertrieben werden sollen.

Woidke bezeichnete China als den wichtigsten Kooperations- und Handelspartner Brandenburgs in Asien. Woidke wörtlich: „Der Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang im Mai dieses Jahres in Potsdam hat hier neue Impulse gesetzt, wie die jüngsten Vereinbarungen zeigen. Gute Chancen für eine Zusammenarbeit bestehen gerade auch für mittelständische Firmen in Brandenburg, da die ökonomischen Bedürfnisse der einzelnen chinesischen Provinzen unterschiedlich sind. Ein Beispiel ist Gilupi. Ein ganz wichtiger Zukunftsbereich ist die Energiewirtschaft, die beide Seiten vor große Herausforderungen stellt. Und auch hier spielen in China die Provinzen eine bedeutende Rolle. Ich bin sehr zufrieden, dass Brandenburg als Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien mit Erfahrungen auch in Asien punkten kann.“

Die Rahmenvereinbarung zwischen der ZAB und der Entwicklungs- und Reformkommission von Hebei beschreibt die Zusammenarbeit in den Bereichen Unternehmenskooperation, Ansiedlung und Kommunikationsaustausch. Als Schwerpunktbranchen werden Erneuerbare Energien (insbesondere Speichertechnologien), Anlagentechnik, Energieeffizienz und Umweltschutz, Informations- und Kommunikationstechnik, Medien, Agrartechnik und Biotechnologie benannt. Der Letter of Intent zum Bau eines Hybridkraftwerks als Modellprojekt in Hebei wurde von deutscher Seite von der Beraterfirma Encon.Europe GmbH sowie von McPhy Energy Deutschland GmbH unterzeichnet. McPhy ist nach Unternehmensangaben auf die Entwicklung und Herstellung von Hybridspeichern sowie Elektrolyseuren spezialisiert und hat seit kurzem eine Niederlassung in Wildau für die Produktion von Großelektrolyseuren eröffnet.

Die Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und China entwickelt sich seit Jahren kontinuierlich. China liegt bei Exporten Brandenburgs auf Platz 14, bei Importen auf Platz 5. In Brandenburg gibt es 19 chinesische Ansiedlungen, 32 Brandenburger Unternehmen sind in China präsent. Das Potsdam-Shanghai Business Center soll eine zentrale Repräsentanz und Anlaufstelle für das Deutschland- und Europageschäft von chinesischen Unternehmen werden. Eine Vielzahl von Kooperationen und Projekten gibt es auch in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Die nordchinesische Provinz Hebei hat eine vergleichbare Lage wie Brandenburg. Chinas Hauptstadt Peking wird von Hebei komplett umschlossen. Hebei hat ca. 70 Mio. Einwohner. Der damalige Ministerpräsident Platzeck hatte 2005 die Provinz im Rahmen seiner Ostasienreise als Bundesratspräsident besucht. Im Mai war Chinas Ministerpräsident Li im Rahmen seines Deutschlandbesuches mit Platzeck in Cecilienhof zusammengetroffen. In dem Gespräch spielten die Erneuerbare Energien eine zentrale Rolle.