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Begegnung mit KZ-Überlebenden - Politikerdelegation und Schülergruppe aus Birkenwerder in Yad Vashem

veröffentlicht am 01.05.2013
Innenminister Dietmar Woidke hat das unermüdliche Engagement von KZ-Überlebenden für die Auseinandersetzung der heutigen jungen Generation mit dem Nationalsozialismus gewürdigt. „Die Zeitzeugen sind noch immer unersetzlich, wenn es darum geht, die Erinnerung an die Opfer des Holocausts wachzuhalten und die Gesellschaft für die Gefahren des Rechtsextremismus zu sensibilisieren“, sagte der Minister am Mittwoch bei einem Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Dort gedachten die brandenburgische Politikerdelegation sowie Schüler der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder am vierten Tag ihrer Nahost-Reise gemeinsam der Holocaust-Opfer, legten Kränze nieder und begegneten überlebenden Zeitzeugen. Yona Laks, Jakov Tsur und Noah Klieger hatten während der Nazi-Diktatur in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen gelitten.

Woidke führt die Gruppe in Vertretung von Ministerpräsident Matthias Platzeck an. Bei der Reise nach Israel und in die palästinensischen Gebiete (bis zum 2. Mai) ist erstmals auch eine Parlamentsdelegation unter Leitung von Landtagspräsident Gunter Fritsch dabei. Zeitgleich hält sich wie gewohnt eine Wirtschaftsdelegation in der Region auf.

Woidke sagte, nachfolgende Generationen müssten mehr über den Holocaust erfahren, damit sich derartiges nie mehr wiederhole. Dies sei auch eine wichtige Grundlage für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel.

Yona Laks kam mit neun Jahren ins Ghetto von Lodz und wurde später mit ihrer Schwester ins KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde sie Opfer der medizinischen Versuche des Nazi-Verbrechers Mengele. Im Januar 1945 gelangten die Mädchen auf dem Todesmarsch in das KZ Ravensbrück. Im Außenlager Malchow wurden sie im Rahmen der Rettungsaktion „Weiße Busse“ des internationalen Roten Kreuzes befreit. Yona Laks hat immer wieder auch an Veranstaltungen der Gedenkstätte Ravensbrück mitgewirkt.

Jacov Tsur wurde 1943 zunächst in das Ghetto Theresienstadt, dann in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und schließlich in das Außenlager Schwarzheide des KZ Sachsenhausen deportiert. Er überlebte die Torturen. Tsur

stellt sich insbesondere für Gespräche mit Jugendlichen zur Verfügung. Seit 2010

ist er Co-Vorsitzender der Vereinigung der Überlebenden von Ravensbrück und Sachsenhausen in Israel.

Noah Klieger wurde als Mitglied einer jüdischen Untergrundgruppe in das KZ Auschwitz eingeliefert. Er überlebte auch das KZ Dora-Mittelbau und das Männerlager des KZ Ravensbrück, in dem grauenvolle Zustände herrschten. Für eine israelische Zeitung berichtete er über den Eichmann-Prozess.

Bilder vom Besuch der brandenburgischen Politikerdelegation sind hier kostenlos abrufbar. Bei Veröffentlichung genügt als Quellenangabe brandenburg.de

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