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Ort des Lernens und Gedenkens – Land unterstützt
Umgestaltung des jüdischen Friedhofs in Mittenwalde

veröffentlicht am 24.03.2013
Das Land Brandenburg unterstützt die Umgestaltung des jüdischen Friedhofs in Mittenwalde zu einem Ort des Lernens und Gedenkens. Die Staatskanzlei sowie das Kultur- und das Innenministerium stellen dafür in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 30.000 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung. Damit sollen unter anderem Gedenkstelen für die dort bestatteten Menschen aufgestellt und ein Erinnerungsregister an die vormaligen jüdischen Einwohner von Mittenwalde erarbeitet werden. An dem Vorhaben beteiligen sich die Stadt Mittenwalde, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg, die Jüdische Gemeinde Königs Wusterhausen, die Ostdeutsche Kommunalversicherung (OKV) und private Sponsoren sowie voraussichtlich die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und der Landkreis Dahme-Spreewald.

Ministerpräsident Matthias Platzeck betonte: „Die Landesregierung hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen zur Förderung jüdischen Lebens unternommen. Dazu gehören auch Erinnerungskultur und Bildungsarbeit. Um die Gegenwart zu verstehen, müssen wir uns die Geschichte immer wieder in Erinnerung rufen. Nur so können wir uns gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus wappnen. Ich bin mir sicher, dass der geplante ‚Ort des Gedenkens und Lernens‘ weit über die Grenzen Mittenwaldes hinaus dazu beiträgt, jüdisches Leben nahe zu bringen und die Bedeutung des Judentums in Brandenburgs Entwicklung deutlich zu machen.“

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sagte: „Die Erinnerung an die jüdische Tradition und die Bewahrung ihres Erbes in Brandenburg ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Die weitere Herrichtung des Jüdischen Friedhofs Mittenwalde ermöglicht dort ein würdiges Gedenken.“

Innenminister Dietmar Woidke hob hervor: „Mit der Unterstützung des Vorhabens unterstreichen wir, dass die jüdischen Friedhöfe in Brandenburg unter dem besonderen Schutz des Landes stehen. Zugleich setzen wir an diesem Ort ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus.“ Woidke lobte die Initiative der Stadt Mittenwalde zur Errichtung des Gedenkortes als „vorbildlich“. „Der Versuch der Nationalsozialisten, das jüdische Leben in Deutschland und Europa zu vernichten, darf nicht in Vergessenheit geraten.“

Der jüdische Friedhof in Mittenwalde war nach der Wende auf Initiative der Stadt zunächst durch einen Gedenkstein wieder sichtbar gemacht worden. Seit etwa vier Jahren arbeiten die Stadt, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg und die Jüdische Gemeinde Königs Wusterhausen konzeptionell an der Umgestaltung des rund 600 Quadratmeter großen Areals. Erste Vorarbeiten zur Erstellung des Erinnerungsregisters sind bereits erfolgt. Nach Fertigstellung des Projekts ist auch angedacht, den jüdischen Friedhof mit in geführte Stadtrundgänge einzubeziehen.