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Metalldialog: Wettbewerbsfähigkeit durch Fachkräftesicherung und Technologietransfer stärken

veröffentlicht am 19.12.2011
Die Spitzen der Sozialpartner der Metall- und Elektroindustrie in Brandenburg haben sich heute auf Einladung von Ministerpräsident Matthias Platzeck zum Metalldialog in der Potsdamer Staatskanzlei getroffen. Die Landesregierung erörterte zusammen mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) und der Industriegewerkschaft Metall, Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen die wirtschaftliche Entwicklung der Branche im Land. Außerdem besprachen die Teilnehmer, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter gestärkt werden kann. Kernthemen waren dabei die Industrie- und Innovationspolitik, die Transfer- und Wissenschaftspolitik sowie die Fachkräftesicherung und die Bedeutung der Tarifbindung der Unternehmen für eine stabile und nachhaltige Entwicklung in der Region.

Ministerpräsident Platzeck bezeichnete die Fachkräftesicherung als nach wie vor eine der größten Herausforderungen. Eine gute Ausbildung und zielgerichtete Vermittlung der Jugendlichen werden immer wichtiger. Gemeinsam müssten alle Akteure – vor allem auch in der für Brandenburg so bedeutsamen Branche der Metall- und Elektroindustrie - darauf hinwirken, den Berufseinstieg attraktiv zu gestalten. Brandenburg habe nicht nur moderne und zukunftsfähige Arbeitsplätze, sondern vor allem auch gut qualifizierte Fachkräfte.

Platzeck sagte wörtlich: „Die Metall- und Elektroindustrie ist eine der zentralen Stützen des Industriestandortes Brandenburg. Gerade hier gibt es viele gute Beispiele für ein Miteinander von Geschäftsführungen und Belegschaften, hier gibt es starke Gewerkschaften und gut arbeitende Betriebsräte. Wir werden alles dafür tun, die in der Metall- und Elektroindustrie vorhandenen Potentiale noch besser zu nutzen. Das sichert Arbeitsplätze heute und für die Zukunft. Stabile Rahmenbedingungen, zum Beispiel eine gesicherte und bezahlbare Energieversorgung, sind dabei für unsere Unternehmen unabdingbar.“

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg, Christian Amsinck, hob hervor, dass die M+E-Unternehmen Wachstumstreiber der Wirtschaft sind und ihre Stammarbeitsplätze in Brandenburg im vergangenen Jahr um rund drei Prozent erhöht haben: „Damit ist das Vorkrisenniveau übertroffen worden. Brandenburg steht trotz dieser guten Entwicklung vor großen Herausforderungen. Alleine der demographische Wandel verlangt größte Anstrengungen, damit in Brandenburg auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen und die Region wettbewerbsfähig bleibt. Unsere Unternehmen haben in diesem Jahr die Zahl der Ausbildungsplätze in Brandenburg um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dazu hat der VME zusammen mit seinen Unternehmen unter anderem durch Initiativen wie die Teilnahme an Ausbildungsmessen und eine engere Kooperation mit Schulen beigetragen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hängt zudem vom Wissens- und Technologietransfer ab als Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Der VME unterstützt die Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg mit ihren insgesamt fünf Zukunftsfeldern, in denen jeweils Unternehmen der M+E-Industrie vertreten sind.“

Der Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Metall, Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, sagte: „Für eine nachhaltige Industriepolitik in Brandenburg und die Entwicklung neuer Arbeitsplätze müssen alle Chancen aus der Energiewende genutzt werden. Neue Verfahren und Bearbeitungstechnologien für moderne und Ressourcen schonende Werkstoffe werden die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen. Hierzu sind die Potentiale der Schulabgänger zu erschließen und die Abbrecherzahlen zu senken. Nachwuchssorgen gibt es in den tarifgebundenen Unternehmen, in denen Betriebsräte an der Aus- und Fortbildung aktiv beteiligt sind, kaum. Allerdings müssen wir bereits heute die Weichen stellen, welches Know-how und welche Fachkräfte wir durch Qualifizierungsmaßnahmen entwickeln. Unsere Tarifverträge sind hier eine stabile Basis und bieten beste Vorraussetzung für diese offensive Qualifizierungsstrategie für alle Beteiligten. Die Kooperation mit Betriebsräten ist dabei unverzichtbar. In den vorhandenen Netzwerken, wie beispielsweise >profil.metall< sind Kreativität und Mitbestimmung ein Schlüssel für den künftigen Leitmarkt der Effizienztechnologien in Brandenburg.“

Beim Metalldialog waren für die Landesregierung neben Ministerpräsident Matthias Platzeck auch die zuständigen Ressortchefs Prof. Dr. Sabine Kunst (Wissenschaft/Forschung), Günter Baaske (Arbeit) und Ralf Christoffers (Wirtschaft) anwesend.

Die Metall- und Elektroindustrie zählt zu den Schlüsselindustrien in Brandenburg. Auf sie entfällt knapp die Hälfte der märkischen Industriearbeitsplätze. Im September waren 39.200 Beschäftigte in der Branche tätig. Das entspricht gegenüber dem Vorjahresmonat einem Plus von 3,5 Prozent.