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Mit Bürgercourage Demokratie verteidigen – Schüler-Projekttag zum Kennenlernen Israels

veröffentlicht am 23.11.2011
Die neuen Erkenntnisse über das Treiben von Rechtsextremisten in Deutschland zeigen nach Überzeugung von Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, wie unverzichtbar Bürgercourage für die Verteidigung der Demokratie bleibt.



Bei der Eröffnung des Schülerprojekttags „Israel anders erleben“ am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) in Ludwigsfelde sagte Platzeck heute wörtlich: „Ich sage es an dieser Stelle ganz deutlich. Antisemitische Beschimpfungen und abfällige Bemerkungen gegenüber Vertretern jüdischer Einrichtungen werden in unserem Land nicht akzeptiert. Über Toleranz werden wir nicht verhandeln! Dass das mutige Eingreifen von Bürgerinnen und Bürgern notwendig ist, um rechtsextreme und fremdenfeindliche Auswüchse zu verhindern, sehen wir in der aktuellen Debatte und erleben wir in Brandenburg beispielhaft in Neuruppin oder in Halbe. Gemeinsam Aufstehen und den Feinden unserer Demokratie die Stirn bieten – darum geht es. Das ist das Leitbild unseres ´Toleranten Brandenburgs´.“



Platzeck, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte und die Ausrichtung auch finanziell durch Lottomittel unterstützt, war gemeinsam mit dem Gesandten der israelischen Botschaft, Emmanuel Nahshon, zur Eröffnung gekommen. Der Ministerpräsident erinnerte daran, dass er auf seinen Israel-Reisen seit 2007 durch Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg begleitet wurde. Besonders die Begegnungen in Yad Vashem, der bedeutendsten Gedenkstätte über die nationalsozialistische Judenvernichtung, seien bewegende Momente gewesen. Dabei sei auch die Bedeutung der Gedenkstättenarbeit in Brandenburg nochmals deutlich geworden. „Die Geschichte genau zu kennen, die notwendigen Lehren daraus zu ziehen und sich persönlich auf die furchtbaren Schicksale jüdischer Menschen zu Zeiten des nationalsozialistischen Terrorregimes einzulassen, gelingt an solchen Orten der Erinnerung besonders gut. Die Begegnungen mit Zeitzeugen sind eine andere eindrucksvolle Möglichkeit.“

Platzeck betonte, mit seinen Reisen wolle sich Brandenburg ganz bewusst in die Tradition der besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel stellen. Platzeck: „Israel liegt uns am Herzen. Und da berührt es uns zu sehen, wie angespannt die politische Lage in der Region zurzeit ist. Mich erfüllt das Beharren beider Seiten auf ihren Positionen mit großer Sorge. So halte ich die Siedlungspolitik Israels etwa in Ostjerusalem nicht dienlich für den Friedensprozess. Auch der Mauerverlauf zu den Palästinensergebieten ist nach meiner Auffassung nicht völkerrechtskonform. So wird eine Annäherung der Völker in der Region äußerst schwierig. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal um Geduld und für eine Politik mit Augenmaß werben.“

Bildungsministerin Martina Münch wird im Rahmen des heutigen Projekttags gemeinsam mit Vertretern der israelischen Botschaft an der Podiumsdiskussion teilnehmen. „Ich wünsche mir, dass der Projekttag neugierig macht, Israel einmal selbst zu besuchen und den Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen – zum Beispiel in Form von Schulpartnerschaften mit israelischen Schulen.“ Das LISUM stellt allen am Projekttag teilnehmenden Lehrkräften das gerade neu erschienene Curriculum „Aktiv gegen Antisemitismus“ für ihre Unterrichtsarbeit zur Verfügung.

Der Schülerprojekttag „Israel anders erleben“ wird gemeinsam von der Botschaft des Staates Israel, dem American Jewish Committee, dem Institut Neue Impulse e.V., dem Bildungsministerium sowie dem LISUM veranstaltet.