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Etappenziel erreicht: Platzeck kennzeichnet 100.000. Methusalem-Baum in Brandenburgs Landeswald

veröffentlicht am 21.11.2011
Mit einer Plakette kennzeichnete Ministerpräsident Matthias Platzeck heute eine Buche als den 100.000. „Methusalem-Baum“ in Brandenburgs Landeswald. Die Kennzeichnung besonders alter, so genannter „Methusalem-Bäume“ im gesamten Land erfolgt im Rahmen des „Internationalen Jahres der Wälder 2011“. „Der Wald und insbesondere sehr alte Bäume sind für viele Menschen ein Synonym für die brandenburgischen Naturschönheiten“, sagte Aktions-Schirmherr Platzeck im Nedlitzer Holz in Potsdam. „Aber der Wald hat nicht nur eine ästhetische, sondern in erster Linie eine wirtschaftliche und eine ökologische Funktion. Deshalb müssen wir ihn pflegen und beim Umbau zu gesunden Mischwäldern vorankommen.“

Als „Methusalems“ gekennzeichnete Bäume dienen nicht der Holzerzeugung, sondern bleiben bis zum Verfall im Wald. „Sie sollen ihr maximales Alter erreichen und langfristig natürlich zerfallen“, sagte Platzeck. „Das Methusalem-Projekt ist Teil unseres Markenzeichens ‚Waldwirtschaft – aber natürlich’, nach dem wir den Wald seit Jahren naturnah bewirtschaften.“ Der Ministerpräsident hatte bereits den symbolischen Startschuss des Projekts im Januar auf der Grünen Woche 2011 gegeben. Im „Internationalen Jahr der Wälder 2011“ wird mit vielen Aktivitäten bundesweit und in Brandenburg auf die Bedeutung des Waldes hingewiesen.


Der 100.000. Methusalem

Der heute markierte Methusalem-Baum, eine Rot-Buche, ist 137 Jahre alt und nach Kronenbruch etwa 30 Meter hoch. Sie hat einen Brusthöhendurchmesser von etwa 60 Zentimetern. Der Baum bietet in seinem beginnenden Zerfall mit Pilzkonsolen, Spechthöhlen, Astabbrüchen und Mulmlöchern einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Bis zum völligen Zerfall vergehen wohl noch mindestens 50 Jahre. Die Buche steht in einem zehn Hektar großen Mischbestand aus Traubeneichen und Rot-Buchen mit Spitzahorn und Bergahorn im Unterstand und einer artenreichen Strauchvegetation.

Fünf Methusalem-Bäume je Hektar ausgewiesen

Im gesamten Landeswald und in einigen Teilen des Privat- und Körperschaftswaldes (über Förderprogramm), werden fünf Bäume je Hektar aus der Nutzung genommen. Ausgewiesen werden Methusalem-Bäume in Nadelbaumbeständen ab einem Alter von 80 und in Laubbaumbeständen ab 100 Jahren. Die Methusalembäume werden dauerhaft mit einer Plakette markiert und in einem Kataster erfasst.

Integration des Naturschutzes in den Wirtschaftswald

Mit der Ausweisung der Methusalems und ihrer Überführung in eine natürliche Zerfallsphase werden mehrere Ziele verfolgt: So soll flächendeckend der Anteil von Tot- und Biotopholz im Wald und damit die natürliche Brut-, Nahrungs- und Habitatausstattung für viele Tier- und Pflanzenarten erhöht werden. Seltenen Arten, die auf alte Bäume und Totholz spezialisiert sind, wird im Zuge des Artenschutzes ein Lebensraum gewährt und die Entwicklung vielfältiger Waldstrukturen gefördert. Künftig sollen mehr Gruppen statt Einzelbäume ausgewiesen werden; dies hat Vorteile für den Artenschutz und für die Waldbewirtschaftung. Derzeit sind im Landeswald 100.000 und in anderen Eigentumsarten zirka 40.000 Methusalembäume ausgewiesen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird sich auf Grund der Alterstruktur der Waldflächen im Landeswald die Anzahl der Methusalembäume verdoppeln. Totholz bietet vielfältigen Lebensraum, genannt seien die Kleinbiotope Baumhöhlen, Mulmlöcher, Rinde und die verschiedenen Zerfallsstadien des Holzes. Von etwa 13.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Wäldern sind nachweislich 4.500 an den Lebensraum Totholz gebunden.

Weltweites Aktionsjahr ausgerufen

Die UN-Generalversammlung hatte 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Mit ihm soll auf die besondere Bedeutung des Waldes und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung hingewiesen werden. Bundespräsident Christian Wulff ist Schirmherr für alle deutschlandweiten Aktivitäten und würdigt damit die Bedeutung der Wälder für die Lebensqualität. Für Brandenburg hat Ministerpräsident Matthias Platzeck die Schirmherrschaft übernommen.

Landesbetrieb Forst Brandenburg mit vielfältigen Aktivitäten

Mit mehr als 20 Aktionen lenkt der Landesbetrieb Forst Brandenburg die öffentliche Aufmerksam­keit auf den Wald und seine Bedeutung sowie seine Leistungen für die Gesellschaft. Das zentrale Motto „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe“ verweist mit einem umfangreichen Veranstaltungsangebot auf die vielfältige Verknüpfung von Wald und Gesellschaft. Unter www.wald2011.de sowie unter www.treffpunktwald.de kann man das Passende für sich heraussuchen. Aber auch auf der Internetseite des Landesbetriebs Forst Brandenburg unter www.forst.brandenurg.de gibt es Informationen, nicht nur zum Jahr der Wälder.

Wald in Brandenburg

Mit seinen 1,1 Millionen Hektar Wald zählt Brandenburg zu den waldreichsten Ländern Deutschlands. Die Waldfläche entspricht einem Quadrat mit der Seitenlänge von gut 100 Kilometern. Die Wälder im Landes- (ca. 25 Prozent), Privat- (57 Prozent) und Kommunalbesitz (6,5 Prozent) sowie bei weiteren Eigentümern (Bund, Sondervermögen, 11,5 Prozent) erfüllen Nutz,- Schutz- und Erholungsfunktionen und sind letztlich für mehr als 15.000 Brandenburger im ländlichen Raum Erwerbsquelle.