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Ein Zuhause im Pflegeheim – Innovatives Pflegekonzept im Bernauer Heim ist Demografie-Beispiel im Oktober

veröffentlicht am 20.10.2011

Das Pflegekonzept des Bernauer AWO-Altenpflegeheims Wohnen „Am Weinberg“ ist das Demografie-Beispiel des Monats Oktober. Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Albrecht Gerber, zeichnete heute die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bernau e.V. für dieses Modellprojekt aus, das sich sowohl bei der Form des Zusammenlebens als auch beim Personaleinsatz an den Wünschen und Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren orientiert.


Gerber lobte diesen Ansatz bei seinem Besuch in Bernau als beispielgebend. „Pflege ist ein wichtiges Thema in einer alternden Gesellschaft. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in dieser Branche und der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen müssen hergebrachte Strukturen überdacht werden. Neue Konzepte sind gefragt. Welche Chancen sich daraus ergeben, zeigt das Bernauer Modell. Mit kleinen Hausgemeinschaften wird den Bewohnern im Pflegeheim ein Zuhause geschaffen, in dem sie so weit als möglich selbstbestimmt und würdevoll ihr Leben gestalten können. Damit wird auch einer Vereinsamung im Alter vorgebeugt.“


Dies bestätigte der Geschäftsführer des Trägers des Altenpflegeheimes, Frank Peters: „Nicht die Pflege und gesundheitliche Beeinträchtigungen stehen im Mittelpunkt der Wahrnehmung, sondern die Bewältigung des Lebensalltags, so wie zuvor im eigenen Heim.“ Peters fühlt sich in diesem Ansatz auch durch den großen Andrang auf die Plätze in diesem Haus bestätigt.


Betreut werden die Bewohner neben dem Pflegefachpersonal von Präsenzkräften,  die rund um die Uhr Ansprechpartner sind, bei der Hausarbeit und der Grundpflege helfen und manchmal einfach nur zuhören. Dafür wurden ältere Langzeitarbeitslose aus der Region qualifiziert. Ausgearbeitet wurde das Qualifizierungsprogramm von der Pflegeeinrichtung in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bildungsträger und der Agentur für Arbeit. Mit 960 Stunden geht die Fortbildung deutlich über die übliche Basisausbildung für Pflegehelfer hinaus.


Gerber betonte: „Auch wenn das Konzept nicht auf alle vollstationären Einrichtungen übertragbar ist, so zeigt es doch, dass auch andere als die gewohnten Wege beschritten werden können oder sogar müssen. Vor-Ort-Initiativen sind gefragt. Und den Bernauern gibt der Erfolg recht. Es hat sich herumgesprochen, dass sich die Seniorinnen und Senioren in dem Heim wohl fühlen.“


Kontakt: Geschäftsführer Frank Peters, Tel.: 03338/39190, email: info@sozialedienste-awo.de

Alle Infos: www.demografie.brandenburg.de

Hinweise und Anregungen an: demografie@stk.brandenburg.de


Das Pflegekonzept des Bernauer AWO-Altenpflegeheims ist ein weiteres Projekt auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“, mit dem die Staatskanzlei nunmehr im dritten Jahr innovative, beispielgebende Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die jeweiligen Demografie-Beispiele des Monats werden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten“ unter

www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht. Im vergangenen Monat erschien eine Broschüre dazu, die in der Staatskanzlei Brandenburg (demografie@stk.brandenburg.de) bestellt werden kann.