www.stk.brandenburg.de

Zentrale Gedenkfeier zum Bau der Berliner Mauer – Erinnerung an die zahlreichen Opfer

veröffentlicht am 12.08.2011
Landtagspräsident Gunter Fritsch und Ministerpräsident Matthias Platzeck haben an die Opfer des Mauerbaus erinnert und den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Der Bau der Berliner Mauer war eine Bankrotterklärung des DDR-Staates. Die Tötung von Menschen beim Versuch der Überwindung der Grenze war ein großes Unrecht“, sagte Platzeck heute bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Landtages und der Landesregierung am Vorabend des 50. Mauerbau-Jahrestags in der Heilandskirche in Potsdam-Sacrow. Erinnerungen an schmerzhafte biografische Einschnitte, erlittenes Leid und Unrecht sind in vielen Familien gegenwärtig. Platzeck fügte hinzu: „Die Teilung Deutschlands durch die Mauer ist für Viele ein Ereignis persönlicher Betroffenheit, das tief im kollektiven Gedächtnis wurzelt.“ Festredner Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher sagte: „Der 13. August 1961, der Bau der Mauer, das war der Anfang vom Ende der DDR. So gehören der 13. August 1961 und der 9. November 1989 untrennbar zueinander."

Landtagspräsident Gunter Fritsch weihte zusammen mit der stellv. Direktorin der Stiftung Berliner Mauer, Maria Nooke, eine Erinnerungsstele für die Maueropfer Erna Kelm und Lothar Lehmann ein, die beide bei einem Fluchtversuch im Bereich Sacrow in der Havel ums Leben kamen. Dabei betonte Fritsch die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur: „Für die junge Generation sind diese Beispiele von erlittenem DDR-Systemunrecht und Menschenrechtsverletzungen schwer nachzuempfinden. Geschichtsbewusstsein darf deshalb nicht nur an Jahrestagen aufleben, sondern muss Bestandteil der politischen Bildungsarbeit sein. Nur so können wir die Jugend zur kritischen Auseinandersetzung mit den Geschehnissen an der innerdeutschen Grenze befähigen, damit sich derartiges nicht wiederholt. Der Rückblick auf die Historie macht den unschätzbaren Wert unserer heutigen Demokratie und Freiheit besonders deutlich. Mit der Erinnerung an das konkrete Schicksal von Erna Kelm und Lothar Lehmann setzen wir ein sichtbares Zeichen der Anteilnahme.“

Am morgigen Samstag werden Vertreter der Landesregierung und des Landtages in einer Schweigeminute um 12.00 Uhr vor der Potsdamer Nikolaikirche der Mauertoten gedenken.