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Platzeck bei Jerusalem-Foundation - „Jüdisch-Arabischen Dialog fördern“ - Brandenburg unterstützt multinationales Bildungsprojekt - Ministerin Kunst will Forschungskooperationen vertiefen

veröffentlicht am 01.06.2011

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat in Jerusalem für das friedliche Zusammenleben von Israelis und Palästinensern geworben. Auf der Generalversammlung der Jerusalem Foundation (JF) lobte Platzeck am Mittwoch den Einsatz der Stiftung „für mehr Miteinander und Gemeinsamkeit der Menschen über alle religiösen, kulturellen und sozialen Grenzen hinweg“. Als zweiter Vorsitzender der deutschen Sektion der Stiftung übergab er eine Spende für die gemeinsame Feriengestaltung benachteiligter Kinder jüdischer und arabischer Herkunft an eine Bildungseinrichtung in Jerusalem. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst setzte ihre Gespräche mit israelischen Wissenschaftlern fort.
Seine Arbeit für die JF-Deutschland sei immer gekennzeichnet von der Liebe zu Jerusalem und der Verantwortung vor der Geschichte, so Platzeck auf dem JF-Jahrestreffen im Rathaus der israelischen Hauptstadt. Er verhehle aber nicht, dass es schwerer geworden ist, Spender zu gewinnen und Aktivitäten zu erzeugen. Er spüre in Deutschland, dass die israelische Siedlungspolitik und der Bauverlauf der Mauer, der sich völkerrechtswidrig nicht an der „Grünen Linie“ von 1967 orientiere, dazu beitrage, potentielle Unterstützer zu verunsichern. Auch eine solche Einschätzung gehöre zur Debatte auf einer Generalversammlung, meinte Platzeck.
Die Projekte der Jerusalem Foundation fördern nach Platzecks Überzeugung dessen ungeachtet „die Verständigung zwischen den Religionen und das Verständnis für die jeweils andere Seite“. Besonders hob er die von Brandenburg mitinitiierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hervor. In diesem Sinne stattete der Ministerpräsident der Hattie-Friedland-Schule für gehörlose und schwerhörige Kinder und Jugendliche in Jerusalem eine Visite ab. Dabei übergab er Schulleiterin Gillah Tatar für das Projekt „Ferienlager für jüdische und arabische Kinder und Jugendliche in Jerusalem im Sommer 2011“ zwei Schecks in Höhe von fast 20 000 Euro. Teile des Geldes waren bei einem Benefizkonzert des israelischen Ankor-Chores im Dezember vergangenen Jahres auf Initiative Brandenburger Unternehmer in Potsdam gesammelt worden. Bei dieser Gelegenheit kam Platzeck auch mit einer Schülergruppe der Potsdamer Voltaire-Gesamtschule und ihrer Gastgeber aus Herzliya zusammen. Die Reise der Schüler nach Israel hatte Platzeck mit Lottomitteln unterstützt.

Ministerin Kunst hatte am Vormittag das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem besucht und dort über die mögliche Fortsetzung wissenschaftlicher Kooperationen mit brandenburgischen Einrichtungen gesprochen. Im Anschluss hatte sie am Edmond J Safra Campus der Hebrew University in Jerusalem Forscher getroffen, die mit brandenburgischen Einrichtungen, dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, und dem GeoForschungszentrum Potsdam kooperieren.

In den Gesprächen sei es darum gegangen, „die Beziehungen zwischen Brandenburgischen und israelischen Forschungseinrichtungen zu vertiefen und gemeinsam über Potentiale für weitere wissenschaftliche Kooperationen zu sprechen. Neben bereits bestehenden Projekten lassen sich Ansätze zu neuen Kooperationen erkennen, von denen beide Seiten profitieren können“, hob die Ministerin hervor
Am Abend nehmen Platzeck und Kunst gemeinsam mit den Schülern an der Grundsteinöffnung der im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. errichteten Erlöserkirche teil. Zum Abschluss der Reise trifft Platzeck am morgigen Donnerstag in Tel Aviv mit dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Regionalminister Silvan Schalom zu einem politischen Gespräch zusammen.


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