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„Daseinsvorsorge 2030“ – Uckermärkischer KombiBus setzt auf Initiative der Akteure vor Ort

veröffentlicht am 02.02.2011

Die Herausforderungen einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft können nach den Worten von Brandenburgs Staatskanzleichef Albrecht Gerber nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort bewältigt werden. Ein Paradebeispiel dafür sei das Vorhaben „KombiBus“, sagte der Staatssekretär heute bei der Vorstellung dieses Mobilitätsprojektes aus der Uckermark. Gerber wörtlich: „Hier übernehmen Menschen in den Kommunen Verantwortung und erarbeiten regional abgestimmte, praktische Konzepte, die zur Sicherung der Daseinsvorsorge und der Lebensqualität beitragen.“

Der KombiBus ist eines von sechs Projekten, die für das Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030“ des Bundesinnenministeriums ausgewählt worden waren. Bei dieser „Ideenschmiede“ sollen in den vom demografischen Wandel besonders betroffenen ländlichen Regionen in den ostdeutschen Bundesländen neue Ansätze und Strategien entworfen werden, die für ganz Deutschland wegweisend sein können. Beim KombiBus entwickelt die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mit Partnern ein Konzept, das auf eine Kombination von Linienbus, Post, Kurierdienst und Fahrdienst setzt. Es richtet sich vor allem an Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Zudem sollen damit Dienstleistungen im ländlichen Raum wirtschaftlicher werden, was zu einer besseren Versorgung beiträgt. Mit einer Umsetzung ist ab Herbst zu rechnen.

Gerber betonte: „Die Landesregierung entwickelt und unterstützt seit langem zusammen mit den Akteuren in den Kommunen Lösungsansätze für verschiedene Bereiche. Wir werden die Initiativen vor Ort weiter aktiv begleiten und die rechtlichen Grundlagen für die Erweiterung kommunaler Handlungsspielräume schaffen. Dazu gehört auch die Verlängerung des Standarderprobungsgesetzes. Die Landesregierung setzt auf flexible und regional angepasste Lösungen.“

Der Geschäftsführer der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft, Lars Boehme, sagte: „KombiBus ist ein regionales Projekt, die UVG ein regionales Verkehrsunternehmen und die bisher einbezogenen Menschen in der Region sind hochengagiert. Dies sind sehr gute Rahmenbedingungen, welche die Umsetzung einer nah an den Bedürfnissen der Region orientierten Konzeption befördern werden.“

Die Amtsleiterin Kreisentwicklung, wirtschaftliche Infrastruktur und Tourismus des Landkreises Uckermark, Britt Stordeur, bezog sich auf einen der großen Vordenker des Alten Griechenlandes, Aristoteles, mit den Worten: „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzen.“ Sie betonte: „Das Modell KombiBus soll nicht nur ein neues Denkmodell für den von der demografischen Entwicklung veränderten ländlichen Raum werden, sondern es soll auch in der Umsetzung lebhafte Impulse für das Leben in der Peripherie der Städte aufzeigen. Durch das Projekt wollen wir neuen strukturellen Wind erzeugen, von denen die Menschen auf dem Land real profitieren können und an dem sie auch ihr Verhalten bezüglich der demografischen Veränderungen ausrichten können. Es lässt sich vieles gestalten, ja verändern, wenn ein Knoten an der entscheidenden Stelle gelöst wird.“

Die für das Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030“ ausgewählten Projekte erhalten vom Bundesinnenministerium finanzielle Unterstützung.